Sonntag, 1. Juni 2014

Vintagelook, Bilder mit Nitrofrottage übertragen oder...

Ich war wieder mal beim Experimentieren, Ausprobieren und möchte euch zeigen was ich dabei gelernt habe oder wie ich mal wieder schlauer wurde.

Heute zeige ich euch wie man  gespiegelte, schwarz/ weiß Fotokopien mit Nitroverdünnung auf den Stoff überträgt. Weiters seht ihr auch wie man das Ganze mit Stoffmalfarbe haltbar machen kann und dann noch Drucke aus der Druckerei, die sichere Variante wenn etwas gewaschen werden muss.

Es funktioniert auf Baumwolle, Leinen und Seide, da habe ich es ausprobiert und kann sagen, dass es funktioniert, je feiner der Stoff umso schöner überträgt sich der Druck. Ich arbeite auf vorgewaschenen Stoffen. Leider sind die Ergebnisse nicht mehr wie ich es gewohnt war. Ich habe im Copyshop erfahren, dass früher die Toner leicht Ölhaltig waren, das ist heute nicht mehr so (vielleicht erinnert ihr euch noch, da hat sich eine Kopie auch immer leicht rauh angefühlt, wenn man drüber fuhr mit den Fingern, heute ist sie total glatt) . Alte Sachen die ich  bis vor ca, 10 Jahren noch mit dieser Technik bearbeitet habe, waren waschbar und ergaben auch einen satteren Druck auf dem Stoff, nicht so blass wie meine jetzigen Versuche.

Laserdruck und Tintenstrahldrucker funktionieren nicht, also mit den gespiegelten Ausdrucken in den Kopieshop tigern und normale Kopien mit einem Kopierer machen lassen. Das hat auch den Vorteil, dass man sich ein Motiv bis auf A3 vergrößern lassen kann oder auch verkleinern, falls man das Motiv kleiner braucht. Wie ihr gleich sehen werdet es funktioniert immer noch, nur sind die Drucke halt etwas heller als früher.

Es ist ganz wichtig, dass man das im Freien macht wegen den Dämpfen der Nitroverdünnung!!!!

Ich arbeite auf einer alten Glasplatte die ich mal aus einem Fernseher (damaliger Flachbildschirm) rausgenommen habe (ich brauche die auch noch zum Arbeiten mit Fimo, weil ich da dann eine schöne glatte Fläche habe, dann keine Spuren vom Tisch ins Fimo gerückt werden). Solltet ihr keine Glasplatte haben, vielleicht ein Stück Plexiglas, einen alten Spiegel oder einen wirklich uralten Basteltisch, den nichts mehr erschüttern kann und dann legt ihr unter den Stoff  Backpapier (das was normal auf das Blech zum Backen kommt, nicht das Braune zum Einpacken ;o))) )  Achtung bei Glas oder alten Spiegeln, es sollte abgerundet sein, wenn ihr zB altes Fensterglas verwendet, dann mit einem Abdeckband die Ränder abkleben, damit man sich nicht schneidet. Oft hat man auch ein altes Bild wo eine Glasplatte drin war, die muss aber auch abgeklebt werden.  Bitte nicht auf eurem normalen Tisch anwenden, weil das kann böse enden für den Tisch....  Ihr könnt auch Plastikfolie unterlegen, aber keine wo ein Druck drauf ist.

Ausser der Glasplatte habe ich noch Nitroverdünnung (bekommt man im Baumarkt oder Farbengeschäften), ein altes Baumwolltuch und einen Suppenlöffel (es geht auch ein Kaffeelöffel, aber bei großen Flächen ist der Suppenlöffel feiner).
Zuschnitte von Stoff und Papier

Ich habe hier beim Beispiel einfach Stoffstücke aus Baumwolle zugeschnitten die dann weiterverarbeitet werden (also nachträglich geschnitten auf die passende Größe mit der Schere oder dem Rollschneider) es passt immer ein DIN-A4 Blatt drauf, wie ihr auf dem Bild seht steht der Stoff immer etwas drüber. Solltet ihr zB eine Kissenplatte machen, dann könnt ihr gleich die Größe des Kissens nehmen, vielleicht vorher noch Versäubern, damit es dann beim Bügeln und Waschen nicht franst. Wird der Druck appliziert so wie bei mir, dann einfach eine passende Größe wählen, mit genug Stoff,  damit man es dann noch applizieren kann. Wenn ihr nur ein kleines Motiv übertragen wollt auf ein kleineres Stück Stoff, so könnt ihr mehrere Motive auf eine Seite drucken und die einzelnen Motive dann ausschneiden und nur dieses eine Motiv einzeln übertragen.

 Der Stoff wird an den Ecken mit einem Klebeband auf die Glasplatte geklebt, dass nichts verrutschen kann.
Dann kommt der Spiegelverkehrte Druck mit der bedruckten Seite auf den Stoff und wird auf einer Seite festgeklebt, dass man ihn zum Schauen ob alles übertragen ist hochgehoben werden kann.
Auf einer Seite oben und unten festkleben, dass man den Druck wie eine Buchseite umklappen kann.
Dann wird das Tuch mit Nitroverdünnung getränkt und man reibt die Nitroverdünnung auf das Papier. Wer geübt ist kann dann etwas Nitroverdünnung in die Mitte kippen und mit dem Tuch verteilen. Es sollte richtig durchtränkt sein, also dass man den Druck gut sehen kann, so wie auf dem Bild.
Wenn ihr eher langsam seit beim Arbeiten, dann zuerst nur die Hälfte auftragen und aufreiben und dann den zweiten Teil ich habe darin Übung und trage mir deshalb die Nitro gleich komplett auf.
Dann reibt man mit dem Löffel die bedruckten, feuchten Stellen fest auf den Stoff. Ihr könnt das von oben nach unten, von rechts nach links oder in Kreisbewegung machen, wir ihr wollt, es ist nur wichtig, dass ihr überall mehrmals drüber reibt.
Kontrollieren ob alles so ist wie ihr es wollt, wenn nicht nochmal die Stelle befeuchten mit dem Tuch und wieder mit dem Löffel reiben.
Dann wird die Kopie abgenommen und das wärs auch schon gewesen mit dem Übertragen und dem Gstänkli ;o)) Den Stoff dann gleich von der Unterlage abnehmen, damit sich die Nitroverdünnung schneller verflüchtigt, nach einer Weile riecht man es nicht mehr (vielleicht hat meine Nase sich auch nur dran gewöhnt ;o)))  ).
Nach dem Auslüften, geht es weiter mit dem Bügeln.
Auf Baumwolle / Leinen (Einstellung Bügeleisen oder höchtste Punkte) bügeln von beiden Seiten.

Ich habe eine Waschprobe auf 30" gemacht mit Flüssigwaschmittel (Ariel), es ist nur ganz leicht heller geworden. Ich kann jetzt natürlich nicht sagen wie es nach mehrmals waschen aussieht, aber einmal hat es überlebt und ich denke, dass die Restfarbe die jetzt am Stoff ist bleibt. Ich würde nur kein Waschmittel mit Bleicheffekt (Weißmacher) verwenden, weil das könnte die Farbe dann bei jedem Waschgang bleichen...

Nach dem Waschen
Früher habe ich oft zuerst eine Nitrofrottage gemacht und dann mit Stoffmalfarbe alle Linien die es übertragen hat nachgemalt.

Hier eine Variante auf Leinen mit der Stoffmalfarbe (aufgetragen mit dem Pinsel und bügelfixiert) unzählige male gewaschen, ist immer noch so wie am Anfang.

Sichere Variante - also was sicher waschbar ist, ist die Nachbearbeitung mit Stoffmalfarbe, dann die Drucke auf Stoff die man sich machen lassen kann bei den Copyshops die auch T-Shirts usw. bedrucken, das hält egal ob schwarz / weiß oder Farbdrucke.

Das sind Farbdrucke von der Druckerei, sie sind bis zu 90° Grad waschbar.

Die Nitrofrottage geht für alles was nicht waschbar sein muss 100 %ig. also Karten, Lavendelsäckchen, Lesezeichen.....

Es gibt noch eine weitere Variante mit Lavendelöl, da muss ich mich aber erst mal schlau machen wie das genau funktioniert. Vielleicht ersetzt das Lavendelöl das fehlende Öl im Toner?? und löst die Farbe besser an???? Das wäre dann ein nächster Versuch den ich sicher auch mal ausprobieren werde.

Ich wünsch euch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche


Liebe Grüßle


ps.: Danke für euer Lob bei meinem Grannykissen, bei den tollen Kommentaren geht einem das Herz auf ;o))

22 Kommentare

  1. Menschenskind Mela, das wieder eine richtig tolle und ausführliche Anleitung!!
    Vor ein paar Jahren hatte ich etwas ähnliches versucht, nur leider nicht daran gedacht, dass die Schrift spiegelverkehrt erscheint :oD
    Dir noch einen gemütlichen Abend, Birgit

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  2. Liebe Mela,
    danke für diese tolle Anleitung! Ich habe die ganze Seite kopiert und abgespeichert :)-

    LG Gwen

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  3. Wow tolle Sachen, gefällt mir.
    Schönen Sonntag noch und einen guten Wochenstart.
    -- Dirk --

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  4. Liebe Mela,

    ebenfalls danke für die tolle Anleitung!!!
    Dabei fällt mir ein, dass ich irgendwo auch noch nicht geteste Transferfolien habe ... O_O

    GLG und einen schönen Restsonntag
    Helga

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  5. Wahnsinn auf was für Ideen die Mela so kommt wenn der Tag lang ist, grins. Hammerhart, die Idee ist einfach spitzenmässig. Muss auch haben. Ich hab von den bedruckten Sachelchen schon tausend Ideen wieder im Kopf...

    LG von Sylvia

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  6. Liebe Mela, oh das liest sich ja ganz schön aufwändig. Hast du auch mal diesen neuen Transferlack probiert. Den habe ich mir letztens ausm Bastelladen mitgenommen, aber noch nicht probiert. Liebe Grüße von Daniela (PS: Danke noch für deine lieben Erklärungen zu den kamsnaps;-)))

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    1. Hallo Daniela,

      ja habe ich auch einen da, aber den muss ich auch erst testen *hihi* komm doch an solchen Spielzeugen nicht vorbei ;o)))

      LG Mela

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  7. oh klasse, ja ich hab das auch mal mit lavendelöl gesehen, soll gut funktionieren.
    lg stefie

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  8. Liebe Mela,
    da hast du dir ja wieder etwas besonderes einfallen laasen. Sieht sehr gut aus...aber sehr aufwendig :o)
    Liebe Grüße
    Gitti

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  9. Liebe Mela,
    Klasse, deine Beschreibung! Ich habe früher öfter mal daran gedacht, Bilder auf Malerleinwand zu transferieren, um mir so eine "Grundlage" für eine Malerei zu gestalten, bin aber an technischen Details gescheitert. Mit deinen Tipps könnte es klappen - mal sehen, wann ich wieder Zeit zum Malen finde ... Danke jedenfalls für deine Anleitung! (und für deine lieben Zeilen zu meinen deiden letzten Postings!!!)
    Alles Liebe und
    guten Start in den JUNI!
    Traude
    ♥♥♥♥ ۩๑๑۩ ♥♥♥♥♥ ۩๑๑۩ ♥♥♥♥

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  10. Hej Mela,
    auf irgendeinem Blog gab es mal eine Anleitung mit Lavendelöl! Ist aber schon einige Zeit her!
    Vielen Dank für die Anleitung, da hast du dir ja richtig Mühe gemacht!
    ♥lichst
    Lotta

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  11. Hi Mela

    Eine waschbare Variante funktioniert mit Orangenölreiniger, aber ich muss auch erst nochmal die Anleitung raussuchen und selbst hab ich es noch nicht getestet, aber tolle Ergebnisse gesehen.
    bei mir steht das auch auf der To-Do-Liste :)

    lg Kristin

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  12. Liebe Mela, das ist ja eine tolle Methode. Ich hab was ähnliches probiert, nämlich direkt auf Stoff drucken. Aber bei Stoffen, die nicht durch den Drucker passen, muss ich das direkt ausprobieren! Danke für die super Idee. Liebe Grüße, Ina

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  13. Das sieht ja super aus. Tolle Idee.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche.
    Ganz liebe Grüße
    Claudia


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  14. Hallo Mela,
    meine Güte...hast Du Dir eine Arbeit gemacht !!! Danke Dir aber ganz lieb für die ausführliche Anleitung. Werde ich bestimmt irgendwann mal ausprobieren. Dafür brauch ich aber erstmal ein paar Tage Urlaub.
    Schick Dir liebste Grüsse
    Anja

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  15. Liebe Mela,

    ich bin grad platt - wow - was für eine tolle Arbeit. Das sieht herrlich aus und ich habe sowas noch nie ausprobiert. Eine fantastische Arbeit - übrigens auch das tolle Granny-Kissen. Wahnsinn, was Du alles kannst. Bewundere so etwas immer sehr.

    Ich kann auch was - schau mal bei mir vorbei.
    Hatte ein gutes Händchen an diesem Morgen :0)

    Liebe Grüßchen

    Deine Bluemchenmama

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  16. Ich liebe den Geruch von Verdünnung, Farbe und Co. Auch Tankstellen finde ich einfach herrlich!
    Liebe Grüße, Conni

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  17. Das ist toll, Mela, zum ersten Mal bedauer' ich, dass wir einen modernen Kopierer haben ;O(

    Liebe Grüße... Heike

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  18. maahhhh bin wieder mal begeistert,,
    des muast ma am SONNTAG nomal genau ERKLÄRN;;
    i hob des mal mit den LAVENDELÖL probiert
    is bei mir nit ganga,,,
    ALSOOOO bis SONNTAG,, und DANKE für dei NACHRICHT;;; freu,, FREU;;;
    bussale de BIRGIT

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  19. klingt super und sieht toll aus - aber auf jeden Fall nichts für mich - ich reagier allergisch auf alles was riecht ;-((
    LG Sandra

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  20. Oh je, das ist aber sehr aufwendig und leider auch stinkig! Aber bei so tollen Ergebnissen nimmt man das vielleicht gerne in Kauf? Ich mache das lieber per Transferdruck ;O)

    LG Sabine

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  21. Liebe Mela,

    das sieht ja toll aus. Ich wußte gar nicht dass so etwas überhaupt möglich ist. Ganz toll erklärt.

    Liebe Grüße
    Kerstin

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Danke für dein Kommentar, ich freue mich über jede Zeile sie macht mein Leben bunter ;o))) Liebe Grüßle Mela